«Corona bzw. die damalige, massive Einschränkung des Flugverkehrs hat uns beim Umdenken geholfen» sagt Urs Ryf, CEO des Bern-Airports.
Seither stellen rund 15 Pensionierte in Schichten sicher, dass nur kontrollierte Personen den Sicherheitsperimeter betreten. Ihre Ausbildung ist kurz und klar, alle sind eingebunden in die effiziente Abwicklung des Passagieraufkommens.
Urs Ryf: «Damit dies gelingt, wurde eine heilige Kuh geschlachtet». Die konsequente Sicherheitskontrolle auf dem Flughafengelände muss nicht 24h gewährleistet sein – sondern während der Abwicklung von Passagierflugzeugen. Das ergibt Slots von rund zwei Stunden; zugeschnitten auf Teilzeitinteressierte.
Solche hat man im nachbarschaftlichen Umfeld gefunden; mit A6-Kärtli im Migros und Coop. Es sind Pensionierte auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe, einer Struktur. Manchmal bringen sie ein Flieger-Gen mit und sind emotionell engagiert. Zuverlässig, sorgfältig und bezahlt im Stundenlohn.
Die «Pensionierten-Sicherheitstruppe» hat sich bewährt und macht über 10% der gesamten Belegschaft aus. Diese Menschen prägen auch die Unternehmenskultur mit. Ebenso, wie wenn die Geschäftsleitung zuweilen beim Check-in mithilft.
Madeleine (67) sagt dazu:
Ich wurde 2023 als Personalleiterin pensioniert. Seither bin ich für die Flughafen Bern AG während der Charterflug-Saison bis zu 40% in der Security tätig. Die Aviatik faszinierte mich seit Kindesbeinen und dass ich im aktuellen Lebensabschnitt hier arbeiten darf, entspricht meiner Wunschvorstellung.
Die variierenden Einsatzzeiten behindern meine übrigen Pläne nicht. Meine Tätigkeit ist verantwortungsvoll, herausfordernd und sie hält mich lebendig. Täglich lerne ich Neues dazu. Mir gefällt der familiäre und wertschätzende Umgang mit den Menschen hier; diese Zusammenarbeit motiviert.